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  • Internat Zinzendorfschulen gelingt raffinierte Inszenierung der schwarzen Komödie „Die Hölle, das sind die anderen“

    Kategorie: Berichte DIV

    Mit viel Witz, raffinierten technischen Lösungen und einer soliden schauspielerischen Leistung haben die SchülerInnen im Wahlfach Literatur und Theater unter der Regie von Götz Knieß und Ursula Richter (Regieassistenz) das Stück „Die Hölle, das sind die anderen“ auf die Bühne gebracht.

    Die junge Autorin Sandra Lill hat in dem Titel einen Satz aus Jean-Paul Sartres Skandalstück „Geschlossene Gesellschaft“ zitiert und das Thema der Vorlage deutlich zugespitzt. Hier wachen sieben Personen, die unterschiedlicher kaum sein können, gemeinsam in der Hölle auf. Nach erster Orientierung erzählen sie nacheinander in Rückblenden, wie sie dorthin gekommen sind:

    Das Liebespaar (Leonie Henrich und Jeremias Preuss) hat sich gemeinsam ins Jenseits befördert, um so ewige Treue sicherzustellen,
    der Geschäftsmann (Adrian Petrolli) hat beim Russischen Roulette verloren,
    die Schizophrene (Fiona Oehler) starb an einer Überdosis Medikamente,
    das Model (Evelyn Benz) hungerte sich zu Tode,
    Flora (Lea Hornscheidt) verunglückte, als sie ihr Kätzchen vor dem herannahenden Zug retten wollte
    und der Professor (Johannes Brisch)? Der ist eigentlich nur wie ein Zeitreisender auf Stippvisite im Hades, um später auf Erden von seinen Erlebnissen im Hades zu berichten und sich für seine Forschungen feiern zu lassen. Und wer weiß, vielleicht trifft er ja hier auf Newton oder Einstein?

    An diesem kalten Ort voller mysteriöser Papierschiffchen hätten die Verstorbenen die Chance, ihre Fehler zu revidieren. Dem Völlerei-Dämon (Veronika Volz), der immer neue Speisen aufträgt, bis sich der Tisch biegt, zu widerstehen, den Zorn (Tanja Wilhelm) zu ignorieren und sich einfach nicht von der Trägheit (Lena Gerber) einlullen zu lassen. An dieser Stelle hat das Ensemble großen Mut bewiesen, auch mal gefühlte Minuten lang auf der Bühne nichts – oder beinahe nichts – geschehen zu lassen, was sich als äußerst eindrücklich erwiesen hat. „Das Stück ist ja unheimlich spannend“, raunte eine begeisterte Zuschauerin ihrem Sitznachbarn zu.  Auch Geiz (Annalena Resack), Hochmut (Constanze Schirm), Wollust (Anne-Kathrin Paul) und Neid (Daniela Beringhoff) haben leichtes Spiel mit der schrägen Truppe.  Kein Wunder, hatte ihr Chef, der Teufel, doch schon bei deren Ableben jeweils die Finger im Spiel, wie die Rückblenden zeigen.

    So sind die Peter und Susie bald nicht mehr „Mausebäckchen“ und „Hasilein“, das Model hält weiterhin Versace, Gucci & Co. für das oberste Ziel im Leben und der Geschäftsmann kann einfach nicht vom schnöden Mammon lassen. Mit Hilfe der Wut geht schließlich auch noch die Erfindung kaputt, die dem Professor seine Rückkehr aus dem Reich der Toten ermöglichen sollte. Keiner hat aus seinen Fehlern gelernt, weshalb am Ende, als alle Sünden begangen wurden, der Gong erklingt und das Spiel von vorne anfängt: Sieben Personen, die unterschiedlicher kaum sein können, wachen gemeinsam in der Hölle auf: Das Liebespaar, der Geschäftsmann, die Schizophrene, das Model, Flora und der Professor - Teufelskreis eben!

    Weitere Aufführungen des Stückes sind am Donnerstag, den 26. September, im Haus des Gastes, Königsfeld, sowie am 10. und 11. Oktober im Theater im Deutschen Haus in St. Georgen zu sehen. Beginn ist jeweils 19.30 Uhr.