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  • Unsere Schüler bauen ein Tor gegen die Ahnungslosigkeit

    Kategorie: Berichte DIV

    Jüdische Geschichte im Internat Solling

    Joachim Schüttes Geschichts-Oberstufenkurs befasst sich gerade mit dem Thema Judentum. Neben allgemeinen Fakten und Daten geht es auch um jüdische Geschichte in Holzminden. Und dazu hat der Konrektor einen interessanten Gast in seinen Kurs geladen. Der Historiker Klaus Kieckbusch, der ein ausgewiesener Kenner der geschichtlichen Hintergründe und Zusammenhänge ist, erzählt den Schülern auch vom alten jüdischen Friedhof der Stadt. Aber auf der Grünfläche am Beukampshorn erledigen heute die Hunde ihre Geschäfte, die Kinder bolzen oder pflücken dort die Äpfel von den Bäumen. Die Wiese scheint keinem zu gehören und ist frei zugänglich für jedermann – trotz der kleinen Mauer und der Hecke. Kaum einer weiß, dass dies ein religiöser Ort ist.

    Das soll sich ändern; der Ort soll endlich wieder geehrt und geschützt werden. Am 8.November schrieb Rüdiger Schmidt dazu im Täglichen Anzeiger Holzminden, dass die Grünanlage durch eine neue Toranlage aus dem Vergessen ins Bewusstsein der Menschen gerückt werden solle. Dies sei das erklärte Ziel einer kleinen Schar Interessierter aus Stadtrat, Verwaltung und Kirche, die im Blick auf die jüdische Kultur in unserem Land und das Gedenken an die Reichspogromnacht 1938 in diesen Novembertagen das geplante Projekt der Öffentlichkeit vorstellten. Schmidt schrieb, dass in enger Absprache mit dem Jüdischen Gemeindeverband in Niedersachsen von Baudirektor i.R. Manfred Müller ein Entwurf für eine neue Toranlange vorgestellt und vom Gemeindeverband in Hannover genehmigt worden sei.

    Die Mitte der Toranlage bildet ein zweiflügeliges Tor, das in geschlossenem Zustand einen siebenarmigen Leuchter, die Menora, erkennen lässt, der im Allerheiligsten des Tempels in Jerusalem aufgestellt war. Die beiden Seitenteile der Schmiedearbeit zeigen in der oberen Reihe den Davidstern und in der unteren den schlichten Kreis je in sechsfacher Zahl, die zusammen die zwölf Stämme Israels symbolisieren, zu denen die Verstorbenen auch im Tod noch zählen.

    Für Schüler und Lehrer lag es nahe, den Kontakt zu den Projektplanern zu suchen und sich neben der intellektuellen Auseinandersetzung, dem Thema auch handwerklich zu nähern. Bald war klar, dass in der Schmiede unserer Schule unter der fachkundigen Anleitung unseres Schmiedes, Peter Brödlau, das Gesamtwerk hergestellt werden sollte. Bis zum 27. Januar 2015, dem Gedenktag der Befreiung des KZ Auschwitz sollen die Jungschmiede es fertiggestellt haben.