• Internate Aktuelles Teaser NEU
  • Feierliche Namensgebung der Julie-Kerschensteiner-Grundschule im Landheim Schondorf

    Kategorie: Berichte DIV

    Im Rahmen des jährlichen Stiftungsfeiertages wurde am 29.September die staatliche Anerkennung und Taufe der Julie-Kerschensteiner-Grundschule gefeiert. Zum 85ten Mal bereiteten sich knapp 250 Schüler und 120 Erwachsene auf die alljährliche Stiftungsfeier vor. Ein ganz besonderer Anlass, denn dieses Jahr gab es gleich zwei Dinge zu feiern: Die staatliche Anerkennung und die festliche Namensgebung der Julie-Kerschensteiner-Grundschule.

    Die 2012 eröffnete private  Grundschule hat in diesem Jahr die staatliche Anerkennung erhalten.  „Ein großer Meilenstein in der Landheimgeschichte“, so Stiftungsleiter Dr. Rolf Mantler. „Mit dem Schritt ins staatlich anerkannte System entfällt für unsere Schüler der Probeunterricht zur Aufnahme ins anerkannte System und es zählt der Durchschnitt des Übertrittszeugnisses.“ Besonders stolz ist Schulleiterin Susanne Knittel auf Ihr gesamtes Team. „In so kurzer Zeit die staatliche Anerkennung zu bekommen zeigt höchstes Vertrauen von Seiten des Staates in unsere hervorragende Unterrichtsqualität“, so Knittel. Die Grundschule ist ein voller Erfolg. Seit ihrer Gründung konnte die Schülerzahl auf 24 Schüler in 4 Klassen in Internat und Tagesheim stabilisiert werden. Die Anfragen steigen rasant an - die Plätze sind rar: nur 12 Schüler können pro Klasse aufgenommen werden - ein Teil des ganzheitlichen reformpädagogischen Konzeptes: Kleine Klassen, individuelle Betreuung, integratives Englischlernen - gestärkt durch Elemente der Reggio Pädagogik.

    Über die Reggio-Pädagogik

    Bei der Reggiopädagogik handelt es sich nicht um ein ausgefeiltes Theoriemodell, aus dem sich die Schulpraxis  ableiten lässt. Reggiopädagogik ist vielmehr eine Erziehungsphilosophie, die sich in vielen Punkten mit der Landheimpädagogik überschneidet, mit ihr ergänzt und daher gut zur Julie-Kerschensteiner-Grundschule passt. Sie verbindet Grundlagen der Reformpädagogik mit flexibel handhabbaren  Praxiselementen. Zu ihren zentralen Bausteinen gehört das Bild des Kindes als Konstrukteur seines eigenen Lernens und seiner Entwicklung. Durch ganzheitliche Auseinandersetzung mit Themen findet für die Kinder Bildung und Lernen statt.  Projekte im Unterricht ermöglichen es den Schülern,  Selbst- und Weltverständnis zu entwickeln. Lehrer- und Erzieher werden zu Lernbegleitern. Eine wichtige Rolle spielt der Raum inmitten der einzigartigen Lernumgebung Ammersee, der als dritter Erzieher bezeichnet wird: Er schafft Wohlbefinden, regt die Kommunikation an, liefert Lernimpulse und ist der Ort, an dem  Lernergebnisse dokumentiert werden.   

    Der Name: Julie-Kerschensteiner-Grundschule

    „Ein neuer und vor allem passender Namen für unsere besondere Grundschule lag auf der Hand“, so Stiftungsleiter Dr. Rolf Mantler. Mantler taufte die Grundschule am 29. September 2015 in einer festlichen Zeremonie offiziell auf den Namen Julie-Kerschensteiner-Grundschule. 

    Zurückzuführen ist der Name auf die Ehefrau des Landheimstifters Ernst Reisinger.  Julie Reisinger, geborene Kerschensteiner, war die Tochter von Joseph Ritter von Kerschensteiner, Obermedizinalrat und Nichte des Reformpädagogen Georg Kerschensteiner. Sie war in München - bereits bevor sie ihren späteren Ehemann kennenlernte -  eine bekannte Pädagogin und Schulgründerin. Julie Kerschensteiner begann Ihre pädagogische Laufbahn im Jahr 1900 mit 22 Jahren. Von 1900 bis 1904 war sie Lehrerin an der Töchterschule von Heydenaber. 1905 übernahm sie die Schule von Frl. Wendel. „Ihre Kerschensteiner Schule in der Franz-Joseph-Straße 31 in Schwabing war damals die wohl bekannteste Töchterschule in München“, so Juliane Bründel, Enkelin von Julie Kerschensteiner. Aus weiteren Erzählungen von Frau Bründel gab Julie Kerschensteiner 1912 - nach der Heirat mit Ernst Reisinger - ihre Schule schweren Herzens auf. Sie schied 1912 aus der Schulleitung aus, da eine Lehrerin in der damaligen Zeit nicht verheiratet sein durfte.

    1919 übernahmen Ernst und Julie Reisinger nach dem frühen Tod von Julius Lohmann (dem Gründer des Landheims), das Süddeutsche Landerziehungsheim Schondorf, dessen Auf- und Ausbau nun die gemeinsame Lebensaufgabe wurde. „Deswegen sind wir besonders Stolz, nun eine eigene Julie-Kerschensteiner-Grundschule als weiteren Meilenstein in der Landheimgeschichte zu haben", so Dr. Rolf Mantler.


    http://www.landheim-schondorf.de/blog/feierliche-namensgebung-der-julie-kerschensteiner-grundschule
    http://www.augsburger-allgemeine.de/landsberg/Sie-war-eine-beruehmte-Paedagogin-id35691372.html