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  • Niedersachsenprofessor Junge spricht in der Internatsschule Solling über die Zukunft der Biotreibstoffe

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    Für die vorletzte MINT-Abendsprache des Jahres kam Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Junge zu uns, Niedersachsenprofessor für Biophysik und ehemaliger Leiter der Abteilung Biophysik der Universität Osnabrück.

    Prof. Junge hat an der TU Berlin Physik studiert und war dort auch Professor für Biophysikalische Chemie. Er gehört zu einer hochkarätigen Gruppe von Wissenschaftlern, die über Jahrzehnte die Struktur und Nanomechanik eines der interessantesten biologischen Rotationsmotoren bis ins kleinste Detail aufgeklärt haben. Dieser Motor ist in allen atmenden Organismen dafür zuständig, Nahrungsenergie in eine für die Lebensprozesse brauchbare Form zu überführen und auch daran beteiligt, die Strahlungsenergie des Sonnenlichts schließlich in Zucker und Stärke zu fixieren (Fotosynthese). So stand denn auch diese Aufklärungsarbeit im Fokus eines Seminars für etwa 25 Oberstufenschüler der MINT-Leistungskurse, in dem Herr Prof. Junge einen historischen und methodischen Überblick seiner Arbeiten vorstellte – diese Form des Unterrichts hatte Premiere am LSH.

    Die pflanzliche Fotosynthese ist nun letztlich der Prozess, der nicht nur unsere Ernährung sichert, sondern uns auch über Jahrtausende Roh- und Brennstoffe zur Verfügung stellte – und heute Basis für die Produktion von Biogas, Biodiesel oder Bioethanol ist. Doch ist die Produktion von Biotreibstoffen energetisch überhaupt sinnvoll? Können wir damit fossile Rohstoffe ersetzen? Prof. Junge hatte dazu eine klare Botschaft und erläuterte, wie im Prozess der Herstellung von Biotreibstoffen mehr und mehr nutzbare Energie verloren geht. Zur Redlichkeit gehört dann auch anzuerkennen, dass unser Energiehunger ist zu groß ist, um ihn durch nachwachsende Rohstoffe zu befriedigen. Dies erfordere andere, technische Lösungen, wie z.B. das Projekt Desertec, meinte abschließend Prof. Junge. Ein Wachmacher zum Donnerstagabend – herzlichen Dank dafür. Der Dank geht aber auch an den Altschüler Udo Hartmann, der Herrn Prof. Junge für diese Veranstaltung gewinnen konnte.