• Internate Aktuelles Teaser NEU
  • Unsere Internate sind international - Impressionen aus China im Landschulheim Marienau

    Kategorie: Berichte die-internate

    Chinesische Schüler präsentieren Land und Leute ihrer Heimat im Landschulheim Marienau. Da stehen sie und berichten mit leuchtenden Augen von ihrer Heimatstadt, für drei von ihnen,  Junyan, Fangxing und Zixi, ist es Nanjing, für Weitong  Shanghai und für Angela ist es Tao Yuan auf Taiwan. Kaum zu glauben, dass sie noch nicht mal ein Jahr in Deutschland sind und so selbstsicher mit PowerPoint, kleinen Filmen und persönlichen Erlebnissen auf der Bühne stehen und in einer Fremdsprache ihre Mitschüler im Saal begeistern. 

    Mit viel Charme präsentieren sie sich authentisch und mitreißend, sie zeigen uns viele bunte Fotos und Bilder aus den Großstädten, informieren über das chinesische Schulsystem, wie sie ihre Freizeit verbringen und zeigen Missverständnisse zwischen Chinesen und Deutschen auf. Wir erfahren, dass uns 8285km nach China trennen, die chinesischen Großstädte moderner als im Westen sind und unser Schulsystem, verglichen mit dem chinesischen ein Zuckerschlecken ist – Junyan berichtet: “In China musste ich schon in der ersten Klasse um 5:30 Uhr aufstehen, eine Stunde später beginnt schon der Unterricht und endet erst gegen 17:00 Uhr.“ Wie ein Schuljahr aussieht? Also, vormittags immer Deutschunterricht, nachmittags „viel Mathematik, schrecklich“, fügt Junyan hinzu, Physik, Geschichte, Biologie usw. und dann wieder „vieeeeel Mathematik, schrecklich“. Zwischendurch Prüfungen, Prüfungen und Prüfungen. Fangxing erwähnt, dass das Lernen einen Teil der Freizeit in China einnimmt, denn durch „den Leistungsdruck in China müssen wir immer viel lernen. In China gibt es viele Menschen und deshalb ist der Konkurrenzkampf groß und nur die besten können an guten Universitäten studieren“. Zixi zeigt die feinen Unterschiede zwischen Deutschen und Chinesen auf. Sie gibt zu, Vorurteile gegenüber der deutschen Mentalität gehabt zu haben, bevor sie Marienau erreicht hat. „In China denkt man, die Deutschen sind wortkarg, humorlos, undiszipliniert, essen viel Wurst. Aber das stimmt so nicht, die Deutschen sind nett, freundlich, unterhaltsam, aber eins muss ich wirklich sagen“, richtet Zixi augenzwinkernd das Wort an ihre Mitschüler im Saal, „ihr seid manchmal unpünktlich, undiszpliniert und sehr laut im Unterricht“. Ebenso wurde Zixi und ihre chinesischen Freunde gleich nach ihrer Ankunft mit Vorurteilen von Marienauern konfrontiert. Sie klären auf: Chinesische Jugendliche gehen genauso wie die Marienauer und andere Jugendliche gerne aus und verbringen viel Zeit mit Freunden, und das mit den Glückskeksen ist so eine Sache für sich: die Chinesen kennen diese Art Kekse nicht, in Japan ist er hingegen bekannt und heißt tsujiura senbei. Zixi habe das erste Mal in ihrem Leben in Deutschland einen Glückskeks gegessen und in der Tat würden manche Chinesen Hundefleisch essen, aber dafür gäbe es spezielle Sorten. Sie betont: „Viele Chinesen sind gegen Hundefleisch und wir lieben Hunde!“

    So findet Globalisierung auf kleinem Raum in Marienau statt. Jeder Tag des Miteinanders bereichert alle gegenseitig mit neuen Erkenntnissen und Erfahrungen.