• Europaprojekttage

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    Wie funktioniert das eigentlich mit „Europa“? Was hat denn der Landtag damit zu tun? Und wie werden denn eigentlich meine Interessen dort vertreten? 

    Diesen Fragen stellten sich Schülerinnen und Schüler der 8.ten und 9.ten Klassen des Landschulheim Grovesmühle. Mit Unterstützung des Projektteams von „Go Europe“ (www.goeurope-lsa.de) wurde ein Planspiel „Sachsen-Anhalt in Europa“ inszeniert.

    Wie im „echten Leben“ bildete sich ein Europaausschuss, der über eine Vergabe von Fördermitteln entscheiden sollte. Dieser setzte sich aus jeweils zwei Vertreter/innen der beteiligten Klassen zusammen. Eine gerechte Verteilung der Stimmen muss ja schließlich sichergestellt werden. 
    Jede Klasse bildete nun eine Interessenvertretung zu einem bestimmten Thema. So sollten die Belange der Arbeitgeberverbände (Klasse 9b), der Wirtschaftszweige „Erneuerbare Energien“ (Klasse 8a) und „Chemie“ (Klasse 9a) sowie einer Interessengemeinschaft „Europa als Schulfach“ (Klasse 9c) vor dem europäischen Ausschuss vertreten werden.

    Im Verlauf des Tages bildeten sich innerhalb der Interessenvertretungen schnell Fragestellungen und Forderungen, die vor dem Ausschuss vorgetragen wurden: so soll es für gute Arbeit auch gutes Geld geben, die Interessen der Verbraucher sind besser zu berücksichtigen als jene der Energiekonzerne, Kinder und Jugendliche werden bereits in der Schule besser  auf die gestiegene Globalisierung vorbereitet und nicht zuletzt ganz oben in den Diskussionsrunden standen immer wieder ökologische Interessen.

    Abschließend präsentierten jeweils zwei Vertreter ihre Forderungen. Nicht nur persönliches Engagement, auch die inhaltlichen Fakten wurden von dem Ausschuss – wenn auch ohne Zuhilfenahme einer Expertenrunde zu den einzelnen Fragestellungen – vorgetragen.

    Dieser entschied nach einer Beratung, welche der Interessenvertretungen Fördermittel der EU erhalten sollten.

    Die Entscheidung fiel zu Gunsten der Chemieindustrie und den Erneuerbaren Energien aus. Dabei wurde die Vergabe der Fördermittel jedoch an strenge Bedingungen geknüpft. So konnte sich zwar die Interessenvertretung der „Chemie“ eine Mittelförderung befürworten lassen, musste sich jedoch im Gegenzug mit einer strengeren Aufsicht durch die Kontrollbehörden und einer Auflage zu einer Teilinvestition der Fördermittel in die Bildung einverstanden erklären. Auch die „Regenerativen Energien“ konnten vor dem Europa-Ausschuss punkten. Die Vergabe der Fördermittel ist hier jedoch auch nur unter Auflagen genehmigt worden. So musste sich dieser Wirtschaftszweig damit einverstanden erklären, dass 25% der Fördermittel an den Verbraucher weitergegeben werden und weitere 25% der Forschung zu Gute kommen sollen.

    Trotz der engagierten Vorsprachen der Vertreter der Arbeitgeberverbände und der Interessengemeinschaft „Europa als Schulfach“ gingen diese ohne eine Fördermittelzusage „nach Hause“ und hatten – wieder zurück in der Realität des Schulalltags - den Ordnungsdienst zu übernehmen.

    Auch die Schüler und Schülerinnen der 5. und 6. Klassen beschäftigeten sich an diesem Tag mit dem Thema Europa. Während die 5.-Klässler ersteinmal die Länder Europas und den Euro kennenlernen, befassten sich die 6.-Klässler mit der Begrüßung und Verabschiedung in verschiedenen Sprachen.