• Internatsschulen Zinzendorf: LEADER-Projekt Polit-Workshop fördert politisches Verständnis

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    Die Realschüler der Zinzendorfinternate spielen Gemeinderatssitzung durch und konnten so erleben, wie Politik tatsächlich funktioniert. Im Rahmen des LEADER-Programmes nahmen sie an jeweils einem Polit-Workshop im Königsfelder Rathaus teil, bei dem sie selbst in die Rolle eines fiktiven Gemeinderats schlüpften.

    Der Politworkshop wurde als LEADER-Projekt vor dem Hintergrund der Änderung des Wahlrechts,   Jugendliche in Baden-Württemberg dürfen bereits mit 16 Jahren bei Kommunalwahlen teilnehmen, umgesetzt.

    „Ich wähle doch meinen Urlaubsort nicht danach aus, ob mir das Gehwegpflaster gefällt“, war eines der Argumente, mit denen sich die Neuntklässler ganz klar gegen den 2. Punkt der fiktiven Gemeinderatssitzung stellten. "Bürgermeister" Nicolas Neininger, den die Klasse zuvor aus ihrer Mitte gewählt hatte, gab sich größte Mühe, seinen Standpunkt zu behaupten und die Vorzüge eines Mosaikpflasters – unter anderem für den Tourismus - hervorzuheben. Letztlich aber stand er mit seiner Meinung alleine da. Fünf Punkte umfasste die Tagesordnung für die Sitzung, die sich mit den typischen Problemen einer Gemeine mit 6200 Einwohnern auseinandersetzt. Auch ansonsten war alles realistisch: Das Planspiel wurde im Sitzungssaal des Rathauses abgehalten, für die Räte gab es Brezeln, Saft und Wasser und selbst die geladene Presse wurde an ihre üblichen Stammplätze gebeten. Wie schon vor ihnen die Parallelklasse machte auch die 9Ra der Zinzendorfschulen bei dem Planspiel mit, durch das der Sozialpädagoge Udo Wenzel auf Einladung der Gemeinde die Zinzendorfschüler leitete.

    Im EWG-Unterricht hatten sich die SchülerInnen bereits gut auf ihre Rollen als Gemeinderäte vorbereitet, so dass es zu Beginn der fiktiven Sitzung keine Fragen den realen Bürgermeister von Königsfeld gab, der beide Workshops begleitete. Dennoch zeigten es vor Beginn der Sitzung einige Unsicherheiten. Die Frage von Udo Wenzl, ob die Interessen von Jugendlichen in der Politik berücksichtigt würden, wurde lediglich von drei jungen Menschen bejaht. Auf die Frage, wer sich als politischen Menschen sieht und wer mit Politik nichts zu tun hat, bekannten sich die meisten als unpolitisch.

    Nach der fiktiven Gemeinderatssitzung waren die politischen Prozesse den meisten zumindest auf kommunaler Ebene um einiges klarer. „Es hat viel Spaß gemacht zu sehen, wie es hinter den Kulissen aussieht und wie politische Entscheidungen zustande kommen“, fand Nicolas Neininger. „Sonst bekommt man ja immer nur das Ergebnis mit.“ 

     


    Die Realschüler Klasse 9Ra der Internateschulen Zinzendorf haben Nicolas Neininger (Mitte) vor ihrer fiktiven Gemeinderatssitzung zum Bürgermeister gewählt. Pädagoge Udo Wenzl, Jugendbeirätin Melanie Winter sowie der echte Bürgermeister von Königsfeld, Fritz Link (von rechts) verfolgen die Sitzung