• Schüler des Internat Louisenlund im Kampf gegen das Hochwasser

    Kategorie: Termine die-internate

    Wenn die Sirene ertönt, springen Robert Enning, Dennis Roggenkamp, Jonathan Reinke und Nicolas Hummel in ihren blauen Overall und helfen. Egal zu welcher Tageszeit. Egal, ob sie gerade in der Klasse sind oder abends in ihren Betten liegen.

    Die vier haben zusammen mit weiteren Schülern des Louisenlunder Internatsgymnasiums vor kurzem ihre THW-Grundausbildung erfolgreich abgeschlossen. Der Dienst an der Gemeinschaft gehört seit der Gründung der Stiftung Louisenlund im Jahre 1949 zu ihren pädagogischen Grundsätzen. Als das Technische Hilfswerk in den Hochwassergebieten zum Einsatz kommen sollte, wurden auch sie in Bereitschaft versetzt: "Wir waren alle übermotiviert, weil wir endlich zeigen wollten, was wir gelernt haben", berichtet Nicolas Hummel. 

    Vor Ort in Ludwigslust/Dömitz in Mecklenburg-Vorpommern angekommen, wich die Übermotivation dem Respekt vor der Natur: "Wir kamen in eine leere Stadt mit verbarrikadierten Häusern und sahen Menschen, die mit allen Mitteln versuchten, ihre Existenz zu verteidigen. Das kennt man sonst nur aus Filmen", erzählt Nicolas.

    Da der Leiter des Louisenlunder Stützpunktes, Wolfgang Tirs, nicht mitfahren konnte, standen sie unter dem Kommando des Ortsverbandes Schleswig. "Um die Mittagszeit wurde verkündet, dass der Scheitelpunkt der Hauptwelle im Laufe des Tages eintreffen werde, weshalb die Observierung des Deiches verschärft und alle Helfer in Alarmbereitschaft versetzt wurden. 

    Es mussten Sandsäcke befüllt werden, da angeordnet wurde, dass im Falle eines Deichbruchs mindestens 100 000 Säcke sofort zur Verfügung stehen müssen." 

    Zum Glück hielten die Deiche stand. Was für die vier Schüler bleibt, ist das Gefühl, geholfen zu haben, wie Nicolas berichtet: "Wir haben Freikarten von einem Kinobesitzer erhalten, weil er so dankbar war, dass die Dämme gehalten haben. Oder der Innenminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier, der uns ein Eis ausgegeben hat. Und vor allem der Zusammenhalt im THW. Wir fühlten uns als Teil einer großen Familie, egal wie alt man war oder woher man kam. Das waren alles große Momente, die wir mitgenommen haben."