• Vortrag über das Hotel Adlon Berlin am Internat Solling

    Kategorie: Berichte die-internate

    Elternratsvorsitzender Helmut Jagdfeld über den 'Mythos' Adlon

    Das Grandhotel Adlon

    Das Adlon am Pariser Platz in Berlin ist nicht einfach nur ein Hotel – es ist ein Mythos. Und dem Elternratsvorsitzenden Helmut Jagdfeld gelingt es mit seiner Abendsprache vom 18. Januar, diesen Mythos in die Hohe Halle zu holen. Er beginnt seine Präsentation mit Ausschnitten aus dem Film „Das Adlon“ unter der Regie von Uli Edel, der die Zeit von der Baugenehmigung 1904 bis zur Wiedereröffnung des Hauses im Jahre 1997 zeigt. Dabei umspannt der Erzählbogen alle Epochen von mehr als hundert Jahren deutscher Geschichte: vom Kaiserreich, über den ersten Weltkrieg, die Goldenen Zwanziger, die NS-Zeit mit dem Zweiten Weltkrieg, die Nachkriegszeit, die ersten Jahre der DDR bis in das Berlin der 1990er Jahre.

    Jagdfeld erzählt: Schon bald nach seiner Eröffnung war das Adlon Kult. Kaiser und Könige nächtigen dort und machen das Hotel von Beginn an zu einem magischen Ort des noblen Lebensstils. John D. Rockefeller, Thomas Alva Edison, Henry Ford, Thomas Mann und der junge John F. Kennedy, Charlie Chaplin, Josephine Baker und Marlene Dietrich, sie alle mieteten sich in den luxuriösen Zimmern des ersten Hauses am Platz ein. In der Hohen Halle führt der Elternratsvorsitzende Jagdfeld, einer der Geschäftsführer des Immobilienunternehmens, die das neue Adlon wiederaufgebaut haben, die Schüler anhand zahlreicher Bilder und Anekdoten durch die Jahrzehnte: Mit der NS-Herrschaft nahm der Aufschwung ab, die Prominenz aus Staat und Partei stieg lieber im Kaiserhof ab, der weniger weltoffen und international war. In den letzten Kriegstagen diente das Hotel als Lazarett, überstand den Bombenhagel des ansonsten völlig zerstörten Pariser Platzes und brannte aus bis heute nicht geklärten Gründen in den ersten Friedenstagen nieder. In der DDR-Zeit fand in einem Seitenflügel ein reduzierter Hotelbetrieb statt, später diente es als Internat für Berufsschüler. 1984 wurde es ganz abgerissen – im Rahmen der Aktion „Verschönerung“ der Grenze, weiß Jagdfeld.

    Erst nach der Wiedervereinigung entsteht das Adlon von 1995 bis 1997 völlig neu. Am 23.8.1997 eröffnet Bundespräsident Roman Herzog das neue Adlon, das - so schreibt die Berliner Morgenpost: „weder das größte noch das luxuriöseste Fünf-Sterne-Haus Berlins ist... Aber es ist unbestritten die erste Adresse der Hauptstadt – vis à vis vom Brandenburger Tor. Besser geht’s nicht!“

    Das Hotel, das heute von Kempinski betrieben wird, hat 382 Zimmereinheiten, davon 258 Standardzimmer, 54 Zweiraum-, 56 Einraumsuiten, 10 Zweiraumresidenzen, 2 Eck- und 2 Präsidentensuiten dazu 2 große Ballsäle sowie 13 Konferenzräume und individuell gestaltete Salons, Pool, Sauna, Fitness, Kosmetik, Friseur, Day Spa, Restaurants, Bars, Lounges, die Adlon Stube, den China Club, das Felix und vieles mehr -  auf insgesamt 58.669 Quadratmetern. Seine Gäste sind so berühmt und illuster wie eh und je – Bruce Willis, Sigourney Weaver, David Garret, Francois Hollande, Anne Hathaway, Michael Jackson, die Queen und der Dalai Lama, Putin, Bush und Gorbatschow – die Liste ließe sich beliebig verlängern. Und dabei ist es im Vergleich zu anderen Luxusherbergen nicht einmal unerschwinglich. Für eine Nacht zahlt man im Doppelzimmer 270 € - im Vergleich zu einer Nacht im Pariser Georges V mit 1350 € oder im Four Seasons in London mit 732 € doch ein echtes Schnäppchen...